Freisinniger Ostpreuße mit Fisch-Faible

Geboren am 20. August 1858 im ostpreußischen Goldap, wuchs der Förstersohn Fritz
Skowronnek am Lycksee auf und kam so bereits früh in Kontakt mit der Welt der masurischen Fischer.

Dr. phil. Fritz Skowronnek (1858 – 1939), Journalist und Autor   Vertieft wurde dieser durch einen Auftrag des ostpreußischen Fischereivereins, in dessen Rahmen der junge Skowronnek in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts die Gewässer des Kreises Lyck kartierte und untersuchte. Nach dem Studium der Philosophie und Philologie in Königsberg arbeitete er zunächst als Lehrer und Schulinspektor, bevor er nach Berlin ging,
wo er ab 1892 – wie sein jüngerer Bruder Richard – als Journalist tätig war, unter anderem bei der „Liberalen Korrespondenz“, dem „Berliner Morgen“, dem „Deutschen Reichsblatt“ und zuletzt als Chefredakteur der „Breslauer Morgenzeitung“.

Trotz seiner Erfolge als Leitartikler und Blattmacher hielt es den freisinnigen Skowronnek (er war auch Mitglied der gleichnamigen Partei) 1898 nicht länger in der Zeitungswelt und er begann seine Laufbahn als freier Autor, wiederum fast zeitgleich mit seinem ebenfalls schreibenden Bruder. Die Skowronnek-Brüder, die literarisch wie Löns und Rosegger zur um 1900 entstandenen Heimatkunstbewegung gerechnet werden, blieben den Menschen, dem Brauchtum und der Landschaft Masurens in all ihren Werken verbunden. Gesellschaftspolitisch vertraten sie einen ländlich-liberalen Gegenentwurf zu Industrialisierung und Verstädterung, in Fritzens Fall mit gelegentlichen Anklängen an den Sozialismus. Nach ersten Erfolgen mit Jagderzählungen („Masurenblut“, 1899) und Romanen wie „Der Erbsohn“ oder „Der Muckerpfaff“ (beide 1901), veröffentlichte Fritz Skowronnek schließlich 1904 „Die Fischwaid“, das bis heute als eines der profundesten Standardwerke zu Fischzucht und -fang gilt.

 

Spätere Sachveröffentlichungen widmen sich so unterschiedlichen Sujets wie historischen Pfahlbauten, örtlichen Sagen und der Glaubensrichtung der Philipponen. Mit dem 1916 erschienenen „Masurenbuch“ widmete Skowronnek gar ein ganzes Sachbuch seiner geliebten Heimat, wandte sich im folgenden aber immer wieder der Belletristik zu, so mit dem Werk „Der Graue Stein“ (1918), das heute wohl als „Thriller“ bezeichnet würde, und der Autobiographie „Aus dem Leben eines Ostpreußen“ (1925), die trotz eines drei Jahre später erschienenen Geschichtenbandes quasi den Schlusspunkt seiner schriftstellerischen Karriere bildet – das letzte Lebensjahrzehnt Skowronneks, das teils bereits in die Zeit des „Dritten Reichs“ und der nationalsozialistischen Herrschaft fällt, weist keine Publikationen mehr auf. Fritz Skowronnek starb am 7. Juli 1939 in Berlin, wo er auf dem Oranienburger Friedhof begraben liegt.


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