Musterseiten und Leseproben aus der „Fischwaid“

Aus der Geschichte der Fischerei
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Aus Teil 1, Kapitel I, Aus der Geschichte der Fischerei:

„Manchem wird das Wort ‚Fischwaid’ fremd und ungewohnt klingen, aber das schadet nichts, denn es ist ein kräftiges Wort, auf gutem, deutschen Stamme gewachsen, das man in Ehren halten soll. Es besagt auch mehr als der farblose Ausdruck Fischerei, denn es begreift auch die Angelei in sich, die leider noch immer von vielen Menschen als eine müßige Spielerei oder als langweiliges Mittel zum Totschlagen der Zeit angesehen wird. Die Fischerei hat aber kein Recht, verächtlich auf die Angelei herabzusehen; denn ohne Zweifel haben unsere
Voreltern die Schuppenträger viel eher mit Speer und Angelhaken erbeutet als mit dem Netze. Also ist die Angelei und nicht die Fischerei die ebenbürtige Schwester der Jagd. Und weil ich dies schon im Titel zum Ausdruck bringen wollte, deshalb wählte ich das veraltete Wort ‚Fischwaid’, dessen zweite Silbe ja deutlich genug zeigt, wie nahe verwandt Fischfang und Jagd sind.“

Einteilung der Fische
(PDF 204 kB)

Aus Teil 1, Kapitel III, Staat und Fischerei:

„Aber allzu bescheiden muß man nicht sein. Man sagt sehr richtig in einem vulgären Sprichwort: ‚Artige Kinder fordern nichts, artige Kinder kriegen nichts!’ und leider ist die Fischerei in Deutschland immer sehr artig gewesen. Aber jetzt wäre es wohl an der Zeit, daß sie so unartig würde und so kräftig zu schreien begänne, wie es sehr verzogene Schoßkinder der Regierung zu tun pflegen. ‚Ich werde mich sehr wohl hüten’, sagte Vetter Klaus, ‚auf den Mann mit dem Finger zu zeigen’, da zeigte er mit dem Daumen. So will ich denn in meiner
Bescheidenheit auch nur mit dem Daumen auf die Landwirtschaft zeigen, die es klüglicherweise verstanden hat, nicht artig zu sein, und deshalb von der besorgten Mama Regierung vieles erlangt hat, was sie wollte.“

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